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Bachmuschel in der Lobach schützen: Maßnahmenplan und Fördermöglichkeiten vorgestellt

Der Schutz des Bachmuschelvorkommens in der Lobach stand im Mittelpunkt einer Informationsversammlung in Lengenwang. Riccarda Rettinger (Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben, Julia König (Wasserwirtschaftsamt Kempten) informierten nicht nur über das Bachmuschelvorkommen an der Lobach, sondern vor allem über den gemeinsam von Verbänden und Behörden erarbeiteten Maßnahmenplan und die im vergangenen Jahr erfolgten ersten Umsetzungsmaßnahmen.

Zu Beginn der gut besuchten Veranstaltung betonte Bürgermeister Peter Hartl, dass die  Bachmuschel weit mehr ist als nur ein unscheinbarer Bewohner unserer Gewässer. Als biologischer Indikator zeigt sie wie kaum ein anderes Lebewesen, wie es um die Qualität und Gesundheit unserer Bäche steht. Dass hier in Lengenwang an der Lobach noch eines der wichtigen Vorkommen dieser streng geschützten Art besteht, ist ein Privileg, aber ebenso eine große Verpflichtung.

Ziel der Veranstaltung war es, die vorgesehenen Schritte zum Schutz der Bachmuschel vorzustellen und insbesondere Landwirte sowie Grundstückseigentümer für die Bedeutung des Vorkommens und den Erhalt seines Lebensraums zu sensibilisieren. Dabei ging es auch darum, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Bewirtschaftung der Flächen entlang der Lobach zum Gewässerschutz beitragen kann. Dazu stellten die beiden Referenten den erstellten Maßnahmenplan zum Schutz der Bachmuschel vor. Erste Teile davon wurden vorwiegend auf gemeindlichen Flächen im vergangenen Jahr schon umgesetzt. Damit wurde mit Unterstützung der Gemeinde Lengenwang ein wichtiger Beitrag zum Schutz und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bachmuschel geleistet. So wurden im September 2026 insgesamt 13 Strukturelemente „eingebaut“ und 100 Schwarzerlen an der Lobach im Mai 2026 durch die Flussmeisterstelle Füssen gepflanzt. Gegossen wurden die Pflanzen durch ortsansässigen Gartenbauverein Grünes Lengenwang.

Besonders wichtig sei eben diese Herstellung von naturnahen Uferstreifen. Sie schaffen eine Pufferwirkung vor dem Eintrag von Nährstoffen, Sichern das Ufer gegen Uferanbrüche, Beschatten das Gewässer, so dass kühler bleibt, und halten das Wasser in der Landschaft. Sie bieten damit Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, wie der Bachmuschel. Gerade der vergangene Sommer hat mit seinen Hitzeperioden und der Trockenheit gezeigt, wie schwierig ansonsten die Lebensbedingungen für die Artenvielfalt in den Gewässern ist. Anhand des Maßnahmenplans, der nur ein Vorschlag sei, wurde aufgezeigt, wie teilweise mit kleinen Maßnahmen große Erfolge erzielt werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt waren die naturschutzfachlichen Fördermöglichkeiten. Von Bernd Nothelfer von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Ostallgäu erhielten die Anwesenden Informationen darüber, welche finanzielle Unterstützung für geeignete Maßnahmen in Betracht kommt. Damit sollten Wege aufgezeigt werden, wie sich die Belange des Naturschutzes und die landwirtschaftliche Nutzung gemeinsam berücksichtigen lassen.

Die Informationsversammlung bildete eine Grundlage für das weitere gemeinsame Vorgehen. Für eine erfolgreiche Umsetzung des Maßnahmenplans kommt es auf die Zusammenarbeit von Fachbehörden, Verbänden, Gemeinde, Landwirtschaft und Grundstückseigentümern an. Information, gegenseitiges Verständnis und die Nutzung geeigneter Förderangebote sollen diesen Weg unterstützen. Genau darüber und über die einzelnen Möglichkeiten wurde anschließend anhand der Maßnahmenpläne mit den anwesenden Landwirten bzw. Eigentümern diskutiert und sich ausgetauscht. 

Bilder: @ Wasserwirtschaftsamt Kempten

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